
Tigersprung – das sind die 10 großen Entwicklungssprünge deines Babys
Als frischgebackene Eltern – und besonders als Erstlingseltern – kann es schwer sein, sich in den verschiedenen Phasen und Entwicklungsstufen zurechtzufinden und mit ihnen umzugehen, die Babys in ihrem ersten Lebensjahr durchlaufen. An einem Tag kann alles friedlich scheinen, die guten Routinen laufen und der Schlaf funktioniert. Plötzlich scheint sich alles um 180 Grad zu drehen, und der nächste Tag bringt Weinen, Unruhe und ein Baby, das schwer zufriedenzustellen ist. Aber grundsätzlich gibt es keinen Grund zur Sorge – das sind nur Anzeichen dafür, dass euer Baby einen ordentlichen Sprung in seiner Entwicklung macht, einen sogenannten Tigersprung (Entwicklungssprung).
Was ist ein Tigersprung?
Ein Tigersprung ist eine Phase, in der Babys eine deutliche geistige Entwicklung durchmachen und neue Fähigkeiten lernen.
Laut der Theorie durchlaufen alle Babys 10 sogenannte Tigersprünge innerhalb der ersten 75 Wochen (ca. 17–18 Monate) ihres Lebens. Jeder Sprung stellt einen wichtigen Schritt in der kognitiven Entwicklung des Kindes und seinem Verständnis der Welt dar:
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Tigersprung |
Alter des Kindes |
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1. Tigersprung |
5 Wochen |
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2. Tigersprung |
8 Wochen |
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3. Tigersprung |
12 Wochen |
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4. Tigersprung |
19 Wochen |
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5. Tigersprung |
26 Wochen |
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6. Tigersprung |
37 Wochen |
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7. Tigersprung |
46 Wochen |
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8. Tigersprung |
55 Wochen |
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9. Tigersprung |
64 Wochen |
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10. Tigersprung |
75 Wochen |
Die obenstehenden Zeitangaben sind nur Richtwerte, da jedes Kind seine eigene einzigartige Entwicklungsgeschwindigkeit hat.
Warum kann es von Vorteil sein, die verschiedenen Entwicklungsprünge beim Baby zu kennen?
Die Tigersprung-Theorie zu kennen kann euch als Eltern ein besseres Verständnis für das Verhalten und die Reaktionen eures Babys in verschiedenen Phasen geben.
Wenn ein Kind plötzlich anfängt, mehr zu weinen, schlechter zu schlafen oder frustriert zu wirken, kann das ein Zeichen dafür sein, dass ein neuer Entwicklungssprung bevorsteht. Wenn ihr diese Sprünge kennt, könnt ihr als Eltern die Situation besser meistern und eurem Kind die nötige Unterstützung und Geborgenheit geben.
Es kann auch beruhigend sein zu wissen, dass ihr als Eltern nichts falsch gemacht habt, sondern dass das System des Babys während dieser Entwicklungsprünge einfach auf Überstunden läuft.
In den folgenden Abschnitten beschreiben wir die verschiedenen Entwicklungsprünge beim Baby.
1. Tigersprung (5 Wochen)
Im ersten Tigersprung beginnt das Baby, Farben wahrzunehmen und zwischen verschiedenen Geräuschen und Gerüchen zu unterscheiden. Die Welt wird plötzlich viel lebendiger und spannender, aber auch überwältigend für die kleinen Sinne. Das kann zu vermehrtem Weinen, Schlafproblemen und einem größeren Bedürfnis nach Geborgenheit und Nähe bei euch Eltern führen.
2. Tigersprung (8 Wochen)
Nach 8 Wochen entwickelt das Baby die Fähigkeit, Muster, Strukturen und Kontraste zu erkennen. Das Kind entdeckt und erkundet auch seine eigenen Gliedmaßen, nicht zuletzt die Hände, und kann den Kopf mehr drehen. Dieser Tigersprung wird oft von gesteigertem Interesse an der Umgebung begleitet.
3. Tigersprung (12 Wochen)
Im dritten Entwicklungssprung bekommt das Baby bessere Kontrolle über seine Stimme und seine Bewegungen. Das Kind kann nun zwischen bekannten und unbekannten Gesichtern und Umgebungen unterscheiden, was zu einer stärkeren Bindung an die Eltern und Abneigung gegenüber Fremden führen kann. Das ist ein wichtiger Meilenstein in der Bindungsentwicklung des Kindes.
4. Tigersprung (19 Wochen)
Der vierte Tigersprung ist einer der längsten und kann bis zu 5 Wochen dauern. In dieser Phase wird das Baby aufmerksamer für seine Umwelt, und das Kind beginnt in dieser Phase auch, Spielzeug in den Mund zu stecken. Das Kind rollt vielleicht auch vom Rücken auf den Bauch und erkundet so neue Bereiche.
5. Tigersprung (26 Wochen)
Im Alter von 6 Monaten entwickelt das Baby ein Gefühl für Entfernungen und Räumlichkeit. Das Kind versteht nun, dass Dinge nah oder weiter weg sein können – und sogar ganz aus dem Blick verschwinden können. Das kann Trennungsangst und Weinen auslösen, wenn die Eltern den Raum verlassen, und viele erleben gerade hier, dass der Schlaf Probleme machen kann und das Zubettbringen sich hinzieht.
Es kann eine kleine Hilfe sein, sich daran zu erinnern, dass das Baby nicht schläft, um dich zu ärgern, sondern einfach richtig das Gefühl spürt, „verlassen“ zu werden.
6. Tigersprung (37 Wochen)
Im sechsten Tigersprung, um die 9 Monate, lernt das Baby, zwischen verschiedenen Kategorien von Dingen zu unterscheiden. Spielzeug ist zum Spielen, Essen ist zum Essen, und manche Dinge sind nur für Erwachsene.
7. Tigersprung (46 Wochen)
Nach 46 Wochen beginnt das Baby, Reihenfolgen und Zusammenhänge zu verstehen. Das Kind entdeckt, dass bestimmte Dinge in einer bestimmten Ordnung geschehen sollen, wie zum Beispiel beim Anziehen. Das kann „neckendes Verhalten“ auslösen, da das Baby untersucht, was passiert, wenn die Reihenfolge durchbrochen wird.
8. Tigersprung (55 Wochen)
Der achte Tigersprung markiert den Übergang vom Baby zum Kleinkind. Dein Baby kann nun über Zusammenhänge kommunizieren und Gegenstände holen, um seine Bedürfnisse auszudrücken. Auch Sprache und Gleichgewicht entwickeln sich.
9. Tigersprung (64 Wochen)
Im neunten Entwicklungssprung wird das Kind selbstständiger und interessiert sich dafür, Handlungen und Aufgaben der Familie nachzuahmen und daran teilzunehmen. Das Kind braucht jedoch weiterhin Geborgenheit und Nähe, da die Welt überwältigend wirken kann. Das kann zu Frustrationsausbrüchen und grenzensuchendem Verhalten führen.
10. Tigersprung (75 Wochen)
Der zehnte Tigersprung geschieht im Alter von etwa 18 Monaten. Hier beginnt das Kind zu verstehen, dass die Eltern Individuen mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen sind. Gewissen und Wille des Kindes entwickeln sich, und es versucht, anderen Fürsorge und Aufmerksamkeit zu zeigen. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, ein selbstständiges Individuum zu werden.
Tigersprünge können den Schlaf des Babys beeinflussen
Die großen geistigen Veränderungen, die Babys während eines Tigersprungs durchmachen, können ihr Schlafmuster beeinflussen. Viele Eltern erleben, dass ihr Kind unruhiger schläft, nachts häufiger aufwacht, schwerer einschläft und zusätzliche Geborgenheit und Kontakt zu Mama und Papa sucht. Das liegt daran, dass das Gehirn des Kindes auf Hochtouren arbeitet, um all die neuen Eindrücke und Fähigkeiten zu verarbeiten.
Tipps, wie ihr als Eltern die 10 Tigersprünge so gut wie möglich meistert
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Auch wenn Tigersprünge herausfordernd sein können, gibt es mehrere Dinge, die ihr tun könnt, um den Prozess für euch selbst und euer Kind zu erleichtern. Hier sind einige nützliche Tipps:
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Seid geduldig und verständnisvoll gegenüber dem Verhalten eures Babys. Denkt daran, dass es nur eine Phase ist und dass das Kind sich nicht absichtlich so verhält.
- Gebt viel Geborgenheit, Liebe und Fürsorge. Haltet das Kind oft eng am Körper und wiegt es, wenn es der Unruhe hilft. Für manche sind ein Tragetuch oder eine Trage eine große Hilfe in Phasen, in denen das Kind ein besonderes Bedürfnis hat, ganz nah zu sein.
- Probiert eine Gewichtsdecke (erhältlich für Babys ab einem Alter von 6 Monaten).
- Schafft eine ruhige und geborgene Atmosphäre zu Hause. Vermeidet zu viele störende Elemente und laute Aktivitäten. Denkt daran, dass es auch völlig in Ordnung ist, geplante Aktivitäten abzusagen, wenn du einschätzt, dass es für dein Kind zu viel wird.
- Bittet Familie und Freunde um Hilfe, damit ihr zwischendurch etwas wohlverdiente Ruhe bekommt.






