
„Sind wir bald da?“ 10 bildschirmfreie Beschäftigungen für die Autofahrt mit Kindern von 2–5 Jahren
Die Sommerferien stehen vor der Tür, und das bedeutet lange Autofahrten. Für manche geht die Fahrt in ein ganz anderes Land. Für andere an den Strand, in einen Freizeitpark oder zu Besuch bei der Familie. Aber wir wissen alle, dass sich selbst kurze Autofahrten für kleine Kinder endlos lang anfühlen können!
Kleine Kinder haben noch nicht dasselbe Zeitgefühl wie wir Erwachsenen, und selbst eine Fahrt von anderthalb Stunden kann sich wie eine kleine Ewigkeit anfühlen, wenn der Körper am liebsten rennen, hüpfen, bauen, graben oder auf dem Sofa auf dem Kopf stehen möchte.
Die gute Nachricht ist, dass es jede Menge kleine, gemütliche Beschäftigungen gibt, die die Fahrt sowohl lustiger als auch ruhiger machen können, ganz ohne Bildschirm und ohne ein Vermögen zu kosten. Viele davon lassen sich sogar mit Dingen umsetzen, die ihr schon zu Hause habt.
Wir haben 10 Ideen für bildschirmfreie Beschäftigungen für die Autofahrt mit Kindern von 2–5 Jahren gesammelt. Zur Freude der Kleinen auf dem Rücksitz und ebenso zur Freude der Person auf dem Beifahrersitz, die versucht, den Überblick, die Geduld und die Snacks in Reichweite zu behalten, während die Frage „Sind wir bald da?“ zum 17. Mal vom Rücksitz ertönt.
1. Auto-Bingo
Auto-Bingo ist ein Klassiker und lässt sich leicht an das Alter des Kindes anpassen.
Mache zu Hause ein kleines Blatt mit Dingen, nach denen das Kind unterwegs Ausschau halten kann. Das kann zum Beispiel sein:
- ein rotes Auto
- ein Lastwagen
- eine Kuh
- eine Brücke
- eine Tankstelle
- ein Traktor
- ein Schild
- ein Wohnwagen
Für die Kleinsten kannst du kleine Bilder zeichnen oder einfache Illustrationen ausdrucken, damit sie selbst mitmachen können. Für etwas ältere Kinder kannst du Felder machen, in die sie jedes Mal ein Kreuz setzen dürfen, wenn sie etwas finden.
Bist du nicht der kreative Typ, gibt es auch kostenlose Auto-Bingo-Vorlagen zum Ausdrucken im Internet.
Das Schöne am Auto-Bingo ist, dass das Kind eingeladen wird, hinauszuschauen und die Welt um sich herum zu verfolgen. Und plötzlich geht es bei der Fahrt nicht nur darum anzukommen, sondern auch um all das, was ihr unterwegs seht.
2. Geräusche raten
Dieses Spiel braucht nichts. Nur euch.
Eine Person macht ein Geräusch, und die anderen müssen raten, was es ist. Das kann das Geräusch einer Kuh, eines Babys, eines Traktors, einer Katze, eines Krankenwagens, einer Türklingel oder vielleicht von Papa beim Schnarchen sein.
Für kleine Kinder ist das ein lustiges und einfaches Spiel, weil es sowohl albern als auch leicht zu verstehen ist. Und die meisten Eltern können sicher bestätigen, dass Kinder in diesem Alter es lieben, wenn Erwachsene sich trauen, ein bisschen verrückt zu sein.
Das darf man im Auto ruhig. Wir können es sogar empfehlen.
3. Ein kleiner „Jetzt sind wir näher dran“-Behälter
Für kleine Kinder kann Zeit etwas ziemlich Abstraktes sein. „Wir sind in einer Stunde da“ ergibt nicht unbedingt Sinn, wenn man 3 Jahre alt ist und angeschnallt auf dem Rücksitz sitzt, mit Ameisen im Körper.
Deshalb kann ein kleiner Behälter mit Leckereien eine schöne Art sein, die Fahrt überschaubarer zu machen.
Fülle zum Beispiel eine kleine Schachtel oder Dose mit kleinen Dingen, die das Kind unterwegs bekommt. Das kann ein kleiner Keks, ein Maissnack, ein M&M, ein Mini-Reiswaffelchen oder etwas anderes sein, das zum Alter des Kindes passt.
Verabredet zu Hause, dass das Kind alle halbe Stunde, alle Viertelstunde oder vielleicht alle X Kilometer eine kleine Leckerei bekommt. So gibt es sowohl etwas, worauf man sich freuen kann, als auch die Möglichkeit für das Kind zu verfolgen, dass die Fahrt ein Ende hat, während der Behälter langsam leerer wird.
Vielleicht versteht das Kind Minuten oder Kilometer nicht ganz. Aber es versteht das Gefühl von „jetzt sind wir ein Stück näher dran“.
Und manchmal ist genau das nötig, um eine lange Autofahrt ein wenig überschaubarer zu machen.
4. Gemeinsam eine Geschichte erzählen
Beginne mit einem einfachen Satz:
„Es war einmal ein kleines Kaninchen, das in den Urlaub fahren wollte…“
Dann dichtet ihr abwechselnd weiter. Vielleicht trifft das Kaninchen an der Tankstelle eine Giraffe. Vielleicht hat es seine Zahnbürste vergessen. Vielleicht fährt es in einem rosa Traktor nach Italien.
Es gibt keine Regeln, und die Geschichte darf gern seltsam und albern werden.
Für Kinder von 2–5 Jahren ist das eine schöne Art, die Fantasie zu nutzen, und gleichzeitig bekommt ihr eine kleine gemeinsame Erzählung, die es nur genau dort gibt, im Auto, auf dem Weg zu etwas.
5. Ein Beutel mit kleinen Überraschungen
Packe zu Hause einen kleinen Beutel mit 3–5 kleinen Dingen. Das können Dinge sein, die ihr schon habt:
- eine kleine Figur
- eine Haarbürste
- eine Stoffwindel
- ein kleines Buch
- ein Kochlöffel
- ein Kuscheltier
- ein altes Portemonnaie
- ein Schlüsselanhänger
Das Kind darf immer eine Sache aus dem Beutel ziehen und erraten, was es ist, sie ertasten oder sich eine Geschichte dazu ausdenken.
Es muss kein neues Spielzeug sein. Tatsächlich sind es oft die allergewöhnlichsten Dinge, die Kinder spannend finden, weil sie sie auf eine neue Weise untersuchen dürfen.
Ein altes Portemonnaie mit einer abgelaufenen Bankkarte, ein Schlüsselanhänger und vielleicht ein kleiner Feigenriegel, der sich in einer Tasche versteckt, kann für ein 3-jähriges Kind pure Magie zum Entdecken sein.
6. Farbenjagd
Wähle eine Farbe und schaut, wie viele Dinge ihr in dieser Farbe finden könnt.
„Kannst du etwas Gelbes finden?“
„Siehst du etwas Blaues?“
„Ob es wohl ein grünes Auto gibt?“
Es ist ein einfaches kleines Spiel, aber es funktioniert wirklich gut, weil das Kind etwas Konkretes bekommt, auf das es achten kann.
Bei älteren Kindern kannst du den Schwierigkeitsgrad erhöhen, indem ihr „etwas, das mit B anfängt“ sucht.
7. Sticker und ein kleines Notizbuch
Ein kleines Notizbuch und ein Bogen Sticker können erstaunlich lange unterhalten.
Das Kind kann Sticker in das Buch kleben, kleine Szenen gestalten, die Seiten verzieren oder einfach den sehr befriedigenden Vorgang genießen, einen Sticker abzulösen und an einer neuen Stelle aufzukleben.
Wähle für die Kleinsten gern große Sticker, damit sie leichter zu handhaben sind.
Das ist eine günstige Beschäftigung, die nicht viel Platz in der Tasche braucht und im Laufe der Fahrt immer wieder hervorgeholt werden kann.
8. Wer wohnt da?
Wenn ihr an Häusern, Feldern, Wäldern oder Städten vorbeifahrt, könnt ihr „Wer wohnt da?“ spielen.
„Wer, glaubst du, wohnt in dem roten Haus?“
„Ob da wohl eine alte Dame mit einer Katze wohnt?“
„Wohnt da eine Familie mit drei Kindern und einem Hund namens Børge?“
„Wohnt vielleicht ein Wichtel drinnen im Wald?“
Das ist ein ruhiges Fantasiespiel, bei dem das Kind aus dem Fenster schaut und seine Vorstellungskraft nutzt.
Und das Beste ist, dass das Spiel so lange weitergehen kann, wie es etwas zu sehen gibt. Was es auf einer Autofahrt zum Glück immer gibt.
9. Kleine Bewegungen im Autositz
Wenn kleine Kinder im Auto unruhig werden, liegt das nicht immer an Langeweile. Manchmal geht es auch darum, dass der Körper gebraucht werden möchte.
Auch wenn das Kind selbstverständlich sicher angeschnallt sein muss, könnt ihr trotzdem kleine Bewegungen machen, die dem Körper etwas Input geben.
Zum Beispiel:
- die Hände zusammendrücken und wieder loslassen
- „Starke Arme“ machen
- die Schultern bis zu den Ohren hochziehen und wieder senken
- mit den Zehen wackeln
- lustige Gesichter machen
- dem Kuscheltier eine feste Umarmung geben
- die Hände gegeneinanderdrücken wie bei einem kleinen Muskelspiel
Empfehlenswert ist es auch, einen kleinen Igelball zum Rollen über den Körper, einen Erbsensack oder vielleicht auch nur einen kleinen Stein mitzunehmen, den ihr an einem eurer Stopps gefunden habt.
Das klingt vielleicht einfach, aber kleine Körperspiele können dem Kind helfen, sich selbst ein bisschen besser zu spüren, wenn der Körper lange still gesessen hat.
10. LEGO/DUPLO in einer Brotdose
Eine kleine Brotdose mit LEGO- oder DUPLO-Steinen kann auf einer Autofahrt genial sein.
Packe eine Handvoll verschiedener Steine in eine Brotdose, gern zusammen mit einer kleinen Bauplatte, damit das Kind etwas zum Draufbauen hat. Es müssen nicht viele Steine sein. Tatsächlich sind wenige Steine oft überschaubarer, wenn man angeschnallt auf dem Rücksitz sitzt.
Eine besonders süße Idee ist es, zu Hause mit denselben Steinen kleine Figuren zu bauen und Fotos von ihnen zu machen. Das kann ein kleiner Turm, ein Haus, ein Auto, ein Tier oder etwas ganz anderes sein. Auf der Fahrt kann das Kind dann versuchen, die Figuren anhand der Fotos nachzubauen.
Und wenn die Figuren gebaut sind, kann das Kind sie selbstverständlich in etwas ganz anderes umbauen. Denn eine Handvoll Steine kann bekanntlich fast alles werden, wenn sie in kleinen Händen landen.
Denke an die Pausen
Selbst die besten Beschäftigungen können eine lange Autofahrt nicht immer retten, wenn der Körper raus muss.
Kleine Kinder brauchen Pausen. Am besten, bevor alles zu viel wird.
Suche einen Ort, an dem das Kind ein bisschen rennen, hüpfen, die Beine strecken oder einfach frische Luft schnappen kann. Es muss kein großer Spielplatz sein. Manchmal reichen fünf Minuten auf einem Rastplatz, um Kind und Erwachsene gleichermaßen zurückzusetzen.
Und sollte die Fahrt trotzdem mit Weinen, Krümeln im ganzen Auto und einem Erwachsenen enden, der von Stille und einer sehr großen Tasse Kaffee träumt, dann bist du nicht allein.
So ist das manchmal einfach, wenn man mit kleinen Kindern reist.
Die Fahrt muss nicht perfekt sein, um gut zu sein. Manchmal reicht es, dass ihr einigermaßen heil ankommt, ein bisschen müde und vielleicht mit einer neuen Geschichte über das Kaninchen, das in einem rosa Traktor in den Urlaub fuhr.
Gute Fahrt.
Liebe Grüße,
Sara







